Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) – interdisziplinäre Forschung für bessere Arzneimittel

Ansprechpartner: Dr.-Ing. J. Stieghan, 0531-391 9624, j.stieghan@tu-braunschweig.de

Die medizinische Versorgung einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft kann künftig nur sichergestellt und verbessert werden, wenn kostengünstigere und wirksamere Arzneimittel entwickelt und bereitgestellt werden. Hierfür sind effizientere – auf neuen pharmazeutischen und verfahrenstechnischen Methoden basierende – Herstellungsprozesse erforderlich, die an der TU Braunschweig im neu gegründeten Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) erforscht werden sollen. Im PVZ werden Forscher aus Verfahrenstechnik, Pharmazie sowie weiteren Fachgebieten interdisziplinär mit dem Ziel zusammenarbeiten, wirksame und personalisierte Arzneimittel kostengünstig herzustellen. Der besondere Fokus liegt dabei auf neu entwickelten Wirkstoffen, von denen die allermeisten nur sehr schwer wasserlöslich sind, so dass ein Großteil der verabreichten Dosis vom Körper nicht aufgenommen werden kann. Daneben werden auch biopharmazeutische Wirkstoffe, z.B. aus Proteinen oder anderen biologischen Molekülen, untersucht, die häufig besonders empfindlich gegen äußere Einflüsse wie hohe Temperaturen und Scherbelastungen sind. Für diese sowie für viele andere Wirk- und Arzneistoffe müssen schonende Herstellungsmethoden gefunden werden, die sicherstellen, dass die gewonnenen Arzneimittel am Ende der Prozesskette auch noch die maximale Wirksamkeit besitzen. Obwohl sich der eigentliche Forschungsbau des PVZ noch im Bau befindet (Fertigstellung geplant bis Ende 2016), wird im PVZ bereits in zwei großen Verbundprojekten an diesen Fragen gearbeitet. Im Sommer 2013 startete das vom Niedersächsischen MWK über Gelder der Volkswagenstiftung bis 2016 finanzierte Verbundprojekt „SynFoBiA – Neuartige Synthese- und Formulierungsverfahren für empfindliche Biopharmazeutika und schwerlösliche Arzneistoffe“ mit 30 Promovierenden. Ein Schwerpunkt in SynFoBiA ist die Formulierungsentwicklung für schwerlösliche Arzneistoffe, wofür in Rührwerkskugelmühlen am iPAT (Prof. Kwade) Nanosuspension der Wirkstoffe hergestellt werden. Neben der eigentlichen Herstellung wird auch an analytischen Methoden geforscht, z.B. an einem sogenannten Antikörper-Mikroarray, um in kleinsten Proben menschlichen Blutes Krankheitsmarker für Diabetes zu detektieren. Dies gelingt u.a. mithilfe magnetischer Nanopartikel aus dem iPAT (Prof. Garnweitner) zur Aufreinigung und Detektion der Krankheitsmarker in einer Quarzmikrowage. Daneben werden am iPAT (Prof. Kwade) auch innovative Darreichungsformen wie partikuläre Filme zur verbesserten Applikation von Wirkstoffnanopartikeln entwickelt. Seit Oktober 2014 werden im Promotionsprogramm „µ-Props – Processing of poorly soluble drugs at small scale” 15 Stipendien für Promovierende am PVZ vergeben. Das iPAT (Prof. Kwade) ist hier mit einem Projekt zur Herstellung von Nanopartikeln aus schwer wasserlöslichen Arzneistoffen mittels Fällung und Trocknung in Mikrosystemen beteiligt.

Forschung_PVZ

Grafik, Ansicht PVZ von Nordwesten nach Südosten: Projektleitung Andreas Schlüter, Staatliches Baumanagement, Braunschweig; Ausführungsplanung: Planungsgemeinschaft – springmeier architekten – bmp architekten; Entwurfsplanung: huber staudt architekten bda


Verbundprojekte

 

Global Comminution Collaborative

DFG-Schwerpunktprogramm “Dynamische Simulation vernetzter Feststoffprozesse”


DFG-Schwerpunktprogramm “Kolloidverfahrenstechnik”

DFG-Schwerpunktprogramm “Partikel im Kontakt”

DFG-Forschergruppe “Mikropart”

Sonderforschungsbereich SFB 578 “Vom Gen zum Produkt”

BMU-Verbundprojekt “LithoRec”

“LiVe” Lithium-Verbundstrukturen

BMBF Innovationsallianz Lithium Ionen Batterie LIB 2015

GEENI – Graduiertenkolleg Energiespeicher und Elektromobilität Niedersachsen hier

Battery LabFactory Braunschweig hier